Sonnabend nach dem 5. Fastensonntag

Birne

Ich hätte jetzt gern eine Birne.
Rückblick auf fünf Wochen mit Apfel. Ganz ehrlich: mehr Äpfel brauche ich in der nächsten Zeit nicht (also: bitte keinen Korb mit Äpfeln als Osterüberraschung!).

Aber der Apfel hat erreicht, was er sollte: er war mir eine gute Krücke, um eine Unterbrechung in meinen Alltag einzubauen. Das ging mal mehr und mal weniger gut – und meist war die steilste Herausforderung, nichts, aber auch wirklich nichts Anderes nebenher zu tun, als aufmerksam und dankbar meinen Apfel zu mümmeln.

Ich bin dankbar für all die Tage, an denen das so gelungen ist. Ich halte das für ein Geschenk, denn „machen“ kann ich diese kurze Sorglosigkeit und (Gedanken-)freiheit nicht. Die gelungenen Apfeltage waren mir ein Ansporn und nicht nicht gelungenen – dann anders – auch. Der kleine „Riss“ im Alltag hat Platz geschaffen für viel „Kleinigkeiten-Aufmerksamkeit“. Es gibt so viel, worüber ich staunen und mich freuen kann – nicht zuletzt darüber, wie filigran so ein Kerngehäuse ist.

Für die verbleibende Zeit bis Ostern werde ich meinen Äpfeln treu bleiben und ich freue mich über die dadurch entstehenden „Risse“ in meinem Alltag, die Freude, Aufmerksamkeit und Dank eindringen lassen.

Elaine Rudolphi