Dienstag nach dem 5. Fastensonntag

Würfel

Die zweite Hälfte hat lange begonnen.

Wenn ich so zurückblicke, fällt meine Bilanz eigentlich sehr gut aus: Ich habe mich brav an die Gebote und Verbote gehalten, bin darüber hinaus ins Grübeln gekommen, habe darüber nachgedacht, was es heißt, auf etwas zu verzichten. Allen in allem bin ich recht zufrieden.

SalatDie vierte und fünfte Seite des Fastens fasse ich in einem zusammen, da sie beide auf das gleiche hinauslaufen. Es geht einerseits um den Verzicht auf Süßigkeiten (vierte Seite) und den Verzicht auf Fleisch (fünfte Seite).
Wie die Seite „nicht Streiten“, stammt auch „keine Süßigkeiten“ noch aus früheren Zeiten und wurde als „Klassiker“ auf unserem Würfel hinzugefügt. Damit verbunden ist natürlich immer der Vorsatz, sich mal gesund und bewusst zu ernähren und sich auch einmal klar zu machen, dass Süßigkeiten Genussmittel sind, die nicht jedem auf der Welt vergönnt sind. Wie oft kommt es vor, dass man einfach mal so mir nichts dir nichts eine Tafel Schokolade verdrückt oder eine ganze Tüte Gummibärchen verschlingt? Und dabei ist einem immer seltener bewusst, was es eigentlich für ein Privileg ist. Das wird dann erst wieder klar, wenn man mal einen Tag darauf verzichtet. Gar nicht so einfach wie man denkt, selbst, wenn man sich im Vorhinein darauf einstellen kann.
Beim Fleisch ist es ähnlich (auch wenn es mir hier um einiges leichter fällt). Doch hier ist noch etwas anderes wichtig: Nämlich die Idee, ein wenig ursprünglicher und weniger extravagant zu leben. Wie viele Tiere müssen dafür hinhalten, nur damit wir unseren Bedarf decken können. Wie viel Fleisch wird jährlich in Deutschland produziert und weggeworfen?! Und dann stellt man sich die Frage: Brauche ich das eigentlich? Muss ich wirklich jeden Tag Schnitzel essen? Mal ein bisschen vegan zu leben, ist nicht gerade ungesund und schadet niemandem. Warum nicht einfach mal einen frischen Salat anstelle von Schnitzel mit Kartoffeln? Oder, wer gar nicht ohne kann, auch einfach mal Salat mit Putenstreifen oder der gleichen…
Wichtig ist hierbei jedoch vor allem, dass man sich vor Augen führt, dass nicht alles eine Selbstverständlichkeit ist, auch, wenn wir es als solche ansehen.