Sonnabend nach dem 3. Fastensonntag

Versuchung

Zwischen Routine und Versuchung

Diese dritte Apfelwoche war für mich durch und durch „komisch“. Zum einen hat sich mittlerweile eine richtig gute Routine eingestellt: der Apfel paßt in den Tagesablauf, ich freue mich auf die unterschiedlichen Aromen und Düfte, ich freue mich auf die 15 Minuten, die durch nichts anderes belagert werden, ich werde ruhig – und fast immer ist diese Unterbrechung auch einfach mit ganz viel Dankbarkeit angefüllt.

Und gleichzeitig ist die Versuchung manchmal wortwörtlich nebendran. Schlagartig aufgegangen ist mir das gestern in der Kaffeepause bei der Tagung „Kirche im Web“ in Münster. Da standen in trauter Eintracht die Obstschüssel und die Schale mit Keksen direkt nebeneinander. Ja verflixt, wo greife ich hin?

Die Frage passt auch zu dem, was mein Apfelvorsatz sonst noch so ausgelöst hat, zum Beispiel Fragen wie: Wo bekomme ich lokale Äpfel? Will ich Biolandwirtschaft unterstützen oder kaufe ich lieber eine Sorte, die mir schmeckt? Was bedeutet das, wenn die Lieblingssorte zu dieser Jahreszeit aus Chile eingeflogen wird?
Ja verflixt, wo greife ich zu? Gestern abend erstmal zu fairen Tomaten…

Elaine Rudolphi