Zeit

Zeit – unter diesem Stichwort lässt sich vieles zusammenfassen, das mich in den letzten Tagen mal mehr, mal weniger beschäftigt hat.

Zum einen ist da natürlich die Halbzeit. Mehr als die Hälfte meiner Zeit in St. Katharina ist inzwischen bereits vergangen. Keine zwei Wochen liegen mehr vor mir. Dabei bin ich gefühlt gerade erst aus dem Zug gestiegen und in Bremen angekommen …
„Angekommen“ bin ich inzwischen wirklich, voll und ganz. Inzwischen kenne ich schon viele Gesichter und Namen, kenne die Strukturen der Pfarrei weitgehend und weiß, was wann anliegt. Egal, in welche Gruppe ich komme, überall werde ich freundlich und wohlwollend aufgenommen. St. Katharina ist wirklich eine Pfarrei, in der man sich wohlfühlen kann! Sie haben/Ihr habt allen Grund, genau das im Laufe des nächsten Jahres zu feiern.

Ein anderes Thema – klar: die „brot.zeit„, die heute Vormittag stattfand. Ich hatte ja schon einiges von diesem Tag gehört. Egal, mit wem ich darüber ins Gespräch kam, alle waren gleichermaßen begeistert von den Erfahrungen der letzten Jahre. Ein kleines Highlight, ein Event für die ganze Pfarrei. Dieses Mal war das Konzept nun etwas verändert, in besonderer Weise waren die Erstkommunionkinder mit ihren Familien eingeladen. Das spielte bei den Planungen im Voraus natürlich auch immer eine Rolle. Wie viele Kinder kommen wohl? Wie „wuselig“ werden die Workshops? Reicht der Platz, reicht das Geschirr …? Das Resümee am Ende der Veranstaltung war positiv: Alles hat gereicht, niemand musste hungrig nach Hause gehen oder auf dem Gang essen, allen hat es (hoffentlich) gut gefallen. Ich zumindest habe von niemandem Gegenteiliges gehört. Und ich fand den Tag auch super! Alle Vorbereitenden waren schon in den Tagen vorher mit Spaß an der Sache dabei und auch heute herrschte ansteckende gute Laune. Auch die Mischung aus inhaltlichen und rein geselligen Programmpunkten fand ich sehr ausgewogen und jeder konnte nach Belieben wählen, ob er den Vormittag eher kopflastig, kreativ, spielerisch … verbringen wollte. Eine schöne Zeit, diese brot.zeit.

Spannend an meinem Praktikum finde ich aber vor allem auch das Thema Zeitmanagement. Im pastoralen Berufsfeld gibt es nun mal keine geregelten Arbeitszeiten, es gibt immer etwas zu tun. Vermutlich könnte man 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche arbeiten und es gäbe immer noch so viel mehr, das man machen könnte. Diese Erkenntnis ist nicht gravierend neu; ich wusste wohl, worauf ich mich mit meinem Studium bzw. meinem Berufsziel einlasse. Und auch die 2,5 Wochen in der Praxis haben mich nicht abschrecken können. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es ein guter Weg ist, den ich da gehen will. Aber in diesen 2,5 Wochen habe ich jetzt einmal eine erste Erfahrung machen können, was es bedeutet, quasi immer etwas zu tun zu haben (und das auch noch einmal ganz anders als an der Uni, wo es natürlich auch immer etwas zu tun gibt und man nie „Feierabend“ hat). Die Frage nach dem Zeitmanagement stellt sich da ganz automatisch: Wie teile ich mir meine Zeit ein? Wie viel Zeit brauche ich für die Vorbereitung von Kreuzwegandachten oder Gottesdiensten? Wann habe ich Zeit für meine privaten Interessen, für Freunde? Wo ziehe ich Grenzen zwischen Beruflichem und Privatem?
Nicht alle Fragen spielen schon jetzt, in diesem kurzen Praktikum eine Rolle, aber es sind Fragen, die für den späteren Berufsalltag sicher relevant werden. Sie hier und jetzt schon einmal anzureißen, war und ist auf jeden Fall sehr interessant und lehrreich.

Und so freue ich mich jetzt auf die nächste Zeit!