Donnerstag nach dem 1. Fastensonntag

Kita - Fastenzeitkranz

Ein Kindergarten fastet
Wie wir in St. Ursula die Fastenzeit erleben

Zuerst müssen wir uns vorstellen: Wir sind die Kindergartenkinder von St. Ursula – vierzig Kinder zwischen drei und sieben Jahren. Unsere Erzieher gehören auch dazu und gemeinsam begehen wir in jedem Jahr mit vielen guten Vorsätzen die Fastenzeit.
Wir wissen: Wenn die große Faschingsparty vorbei ist, kann es nicht mehr lange dauern, bis wir gemeinsam mit den Bewohnern des Hauses St. Elisabeth und Pfarrer Brockmeyer einen tollen Gottesdienst erleben, unsere Luftschlangen verbrennen dürfen und Pfarrer Brockmeyer uns ein Aschekreuz auf die Stirn zeichnet.
In diesem Jahr haben wir mit den Bewohnern des Elisabethhauses und Pfarrer Brockmeyer einen Gottesdienst in der kleinen Kapelle unserer Nachbarn gefeiert. Zur Erinnerung daran haben wir ein bisschen der Asche behalten und wer mochte, hat ein Selbstporträt von sich gezeichnet, mit einem Aschekreuz auf der Stirn.
Damit konnte sie endlich losgehen, unsere Fastenzeit.

Weil vierzig Tage für uns Kinder eine gaaaaaaaaaaaanz lange Zeit sind, sogar SO lang, dass wir uns das gar nicht richtig vorstellen können, haben wir uns etwas ausgedacht. Jeder von uns hat eine Papierblume gebastelt, ganz so, wie er sie schön findet. Vierzig Fastentage – vierzig Kindergartenkinder: das passt!
Unsere Erzieherin Dörte hat einen klasse Kranz aus Zweigen gebunden und nun können wir an jedem Fastentag eine Blume an unseren Kranz binden – je bunter und frühlingshafter unser Kranz wird, desto näher kommt das Ende der Fastenzeit.

Was wir fasten? Das ist spannend! Wir nutzen die Fastenzeit nämlich nicht unbedingt, um auf etwas zu verzichten. Wir nutzen diese Zeit auch, um uns darauf zu besinnen, wie gut wir es haben, wie gut es uns geht und was für ein Glück wir haben, dass wir alle zusammen sein dürfen.
Leider vergessen wir das manchmal. Nicht mit Absicht, bestimmt nicht – aber wo viele Menschen, Kleine, Mittlere und Große, zusammenleben, da kommt es manchmal zu Streit. Oder zu Momenten, in denen wir nicht mehr wissen, was wir noch tun sollen und dann behandeln wir einander nicht mehr so wie wir es eigentlich verdient haben.
Deswegen nutzen wir die Fastenzeit, um uns wieder daran zu erinnern, wie schön es ist, wenn wir einander gut behandeln, füreinander da sind, uns gegenseitig helfen und mit ganz viel Freude und Lachen durch den Tag gehen.

Für unsere erste Fastenwoche haben wir uns vorgenommen, auf Schimpfwörter zu verzichten – denn egal, wie doof eine Situation ist, es ist überhaupt nicht schön, wenn wir einander beschimpfen oder unschöne Worte an den Kopf werfen.
Stattdessen wollen wir einander mit Höflichkeit begegnen und uns gegenseitig gute Worte schenken. Wie wir das schaffen können, haben wir auf kleine Bilder gemalt. Sie hängen auf einem Plakat in unserem Flur, damit wir uns jeden Tag daran erinnern können. Wir haben uns versprochen, dass wir uns gegenseitig beim Fasten unterstützen.

Jetzt ist unsere erste Fastenwoche schon beinahe um. Unser Fastenkranz hat bereits einige Blüten und sieht ein kleines Bisschen nach Frühling aus. Wie es mit dem Fasten so klappt? Wir geben uns ganz viel Mühe! Wir erinnern uns gegenseitig daran, dass wir auf Schimpfwörter verzichten möchten. Wir schenken einander viele gute Worte – „Entschuldigung!“, „Möchtest Du mit mir Spielen?“, „Kann ich Dir helfen?“, „Schön, dass Du da bist.“ – und auch, wenn wir uns manchmal vertun, gehen wir doch viele kleine Schritte in die richtige Richtung – und noch wichtiger: Wir gehen alle zusammen.

KiTa - nicht schimpfen