Mittwoch nach dem 1. Fastensonntag

Mandala

Dem Leben neue Farben geben, das hat mich schon lange vor der diesjährigen Fastenzeit angesprochen.

Ich bin Carmen Christ, in der Pfarrei St. Katharina seit ein paar Jahren Vorsitzende des Pfarrgemeinderates und an kleinen und größeren Projekten beteiligt.
Fastenzeit, das bedeutet schon im Vorfeld bei einigen meiner Familienmitglieder eine Freude darauf, dass es einen Anlass gibt, gewisse Dinge wegzulassen. Bei allen ist das der Alkohol, die Schokolade, die Gummibärchen und Co. Mancher fasst es weiter und lässt den Zucker weg. In manchen Jahren haben wir auch vegetarische Wochen eingelegt. So wird es auch in dieser Fastenzeit wieder sein.

Es bleibt wieder die Frage: Und noch? Was möchte ich für mich ändern. Das Weglassen ist das eine, das Hinzutun das andere. Für mich ist die Achtsamkeit im Umgang mit anderen Menschen ein großes Thema. Ich möchte gerne mehr im Augenblick präsent sein. Deshalb habe ich mir für die Fastenzeit vorgenommen, diese Präsenz im Alltag zu üben. Ich bin gespannt darauf, wer mir dort begegnet. Ob ich auch mich selber treffe?

Heute, am Mittwoch, habe ich den Start in die Fastenzeit schon geschafft! Dabei waren die ersten Tage gefüllt mit dem 20. Geburtstag meiner Tochter, dem Theaterstück der 8. Klasse meines Sohnes und der Verabschiedung einer langjährigen Klassenlehrerin. Weglassen und Hinzutun kamen nicht zu kurz. Am Sonntag bin ich dann viele Stunden lang in einem Buch versunken: „Die Blume des Lebens“. Zum einen stellte ich schon auf den ersten Seiten fest, was es doch alles „sich Bewegendes“ zu wissen gibt. Zum anderen lässt mich die Frage nach der Quelle meiner Lebensenergie nicht mehr los.
Am Montagabend galt es einen Klassiker wachsam zu gestalten: Vorstandssitzung im Waldorfkindergarten. Wir waren nur zu fünft, das ließ meine Aufgabe machbar erscheinen. Was habe ich festgestellt: Auch ich habe alte Reaktionsmuster, die sehr viel Wachsamkeit fordern, um sie zu verändern. Geduld ist eine Tugend, da werde ich daran bleiben.