Neues aus Kaduha

Werkstatt in Kaduha

Kurzbericht zur Ruandareise von Bernhard Tenckhoff im Januar/Februar 2017

Wie immer ist die Zeit in Ruanda wieder verflogen und es gibt viel zu berichten. Das Land verändert sich sehr stark. Während die Hauptstadt Kigali, mit viel Geld aus dem Ausland, sich zu einer afrikanischen Metropole entwickelt, verarmt das Hinterland immer stärker. Die Menschen leiden größtenteils unter der fehlenden Nahrung. Die Arbeitslosenquete im Hinterland liegt bei annähernd 90%. Gerade junge Menschen haben keine Perspektive. Währe Europa nicht so weit entfernt, würden sich viele von ihnen auf den Weg zu uns machen. Eine gut organisierte Hilfe zur Selbsthilfe ist daher mehr denn je von Nöten. Die schlechte Infrastruktur, wie hier am Beispiel der Straßen, lässt kaum einen Aufschwung erkennen.

Dagegen ist es außerordentlich erfreulich zu sehen, wie positiv sich das Wirken der Schwestern in Kaduha und Kibingo auf die Versorgung der Menschen in Regionen auswirkt. Dank der vielen großzügigen Spenden aus der Heimat können unterschiedliche Projekte realisiert werden. Einige seien nachfolgend erwähnt.

In dem vor gut 2 Jahren eröffneten Kindergarten für Straßen- und Waisenkinder werden derzeit 94 Kinder, in drei Gruppen aufgeteilt, den Tag über betreut. Einige Kinder konnten inzwischen in die angrenzende, von Sr.Moncy geleitete, Schule St. Annibal übergeben werden.

Dank der großzügigen finanziellen Unterstützung erfolgte in diesen Tagen die Grundsteinlegung für die Erweiterung des Kindergartens durch eine Lehrwerkstatt. Dort werden künftige wichtige handwerkliche Ausbildungen wie z.B. Näherinnen, Schreiner, Maurer aber auch Kranken- und Altenpflege durchgeführt.
Die Finanzierung steht weitestgehend, nun kann mit der Errichtung der Lehrwerkstatt begonnen werden.

Die Kinder im Kindergarten sind immer gut drauf. Betreut werden sie inzwischen von den künftigen Ordensschwestern des neu gegründeten Noviziats.

Die angrenzende St. Annibal Schule bedarf noch reichlicher Unterstützung. Für 1000 Euro, die ein Spender noch mit auf den Weg gegeben hat, konnte jetzt Nahrung (Reis, Bohnen) für die etwa 750 Schüler gekauft werden. Das reicht für etwa 4 Monate. In der Küche der St.Annibal Schule wird für die etwa 750 Schülerinnen und Schüler das Essen zubereitet.

Schön ist es immer wieder zu erleben, wie mit wenig Geld sinnvoll und gut geholfen werden kann. Diese jetzt 14 jährige Mädchen hatte auf Grund eines schweren Herzleidens kaum eine Überlebenschance. Sie konnte keine 50m mehr gehen. Mit 350 Euro konnten alle notwendigen Voruntersuchungen vorgenommen werden. Die Operation erfolgt dann durch Herzchirurgen aus Deutschland. Jetzt geht sie wieder zur Schule. Ein wunderbares Beispiel!